Hüftgelenks-Total-Endoprothese
Die Indikation für das Einsetzen einer Hüftgelenks-Total-Endoprothese besteht bei einem fortgeschrittenem Verschleiß des Hüftgelenkes (Coxarthrose) jenseits des 16. Lebensjahres. Bei nur geringem Verschleiß des Hüftgelenkes im Alter unter 40 Jahren wird jedoch immer zuerst überprüft ob ein gelenkerhaltender Eingriff am Hüftgelenk nicht erfolgversprechend ist und ggf. die spätere Implantation einer Hüftgelenks-Total-Entoprothese verhindern kann. Sollte auf Grund des Hüftgelenkverschleißes keine andere Möglichkeit zur Beschwerdelinderung vorhanden sein, so werden durch die Implantation einer Hüftgelenkes-Total-Endoprothese der Oberschenkelkopf, sowie die Hüftpfanne durch zwei künstliche Gelenkanteile ersetzt. In der Regel verwendet man für den künstlichen Gelenkersatz Paarungen aus Polyethylen und Metall, Polyethylen und Keramik, sowie Metall und Metall um einen möglichst kleinen Reibungskoeffizienten zu erreichen.
Bei einem künstlichen Ersatz des Hüftgelenkes stehen verschiedene Möglichkeiten zur Auswahl. Insbesondere unterscheidet man zwischen zementfreien Implantation und einer zementierten Implantation einer Hüftgelenks-Total-Endoprothese. Bei jüngeren Patienten empfiehlt sich die zementfreie Implantation einer Hüft-TEP, weil bei Patienten unterhalb des 65. Lebensjahres mit einer festen Knochenstruktur in welche das künstliche Gelenk einwachsen kann zu rechnen ist. In den meisten Fällen führen wir zur Überprüfung der ausreichenden Knochendichte vor der Implantation einer zementfreien Hüft-TEP eine Knochendichtemessung (DEXA-Messung) durch, um sicher zu gehen, dass eine zementfreie Hüft-TEP einwächst. Bei Patienten jenseits des 65. Lebensjahres oder bei Patienten mit geringerer Knochendichte führen wir in der Regel die Implantation einer zementierten Hüftgelenks-Total-Endoprothese durch. Bei dem verwendeten Knochenzement handelt es sich um einen Werkstoff namens PMMA. Dieser Knochenzement verfestigt sich bei der Implantation der Hüft-TEP innerhalb kürzester Zeit und ermöglicht eine sofortige Belastung der Implantierten Hüftgelenks-Endoprothese.
Bei den bereits seit Jahren etablierten zementfreien und zementierten Hüftgelenks-Total-Endoprothesen konnte in großen Studien (Schweden-Studie) eine komplikationslose Lebensdauer von über 20 Jahren beobachtet werden. Da es sich hierbei jedoch um Durchschnittswerte handelt, sind sowohl längere als auch kürzere Lebenszeiten einer Hüft-TEP bekannt. Als späte Komplikation der Implantation eines künstlichen Hüftgelenkes ist die Prothesenlockerung bekannt. Im Falle der Lockerung einer Hüft-TEP muss ein Revisionseingriff erfolgen. Hierbei wird das primär eingesetzte künstliche Hüftgelenk entfernt und ein neues künstliches Hüftgelenk eingebaut.
Wir verwenden auf Grund der in größeren Studien festgestellten geringen Lockerungsraten bei jüngeren Patienten, insbesondere das zementfreie Hüft-TEP Modell Zweymüller. Hierbei handelt es sich um eine Schraubpfanne, die wie eine Scharaube in den Knochen eingedreht wird und eine sofortige belastbare Festigkeit erreicht. Der Prothesenschaft der Zweymüller Prothese wird in einer sogenannten Pressfit-Technik eingeschlagen und erreicht ebenfalls eine sofortige belastbare Festigkeit. Beide Prothesenkomponenten wachsen innerhalb on ca. 3 Monaten komplett in den Knochen ein und bilden mit ihm ein Einheit.
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